Darf es bitte ein bisschen Worker-Placement sein?
Vorletzte Woche kam bei mir im Spieletreff seit Langem mal wieder ein etwas komplexeres Spiel auf den Tisch, das schon eine Weile im Regal lag: Kinfire Council – ein recht neues Werk von Kevin Wilson, der bereits für Kracher wie Descent oder Arkham Horror bekannt ist.
Im Kern ist Kinfire Council ein klassisches Worker-Placement-Spiel, das ein wenig an Lords of Waterdeep erinnert. In der Stadt Din’Lux setzen wir unsere Arbeiter ein, um Ressourcen zu sammeln und über verschiedene Aktionen Punkte zu generieren. Das Spannende dabei: Die Arbeiter lassen sich im Spielverlauf weiterentwickeln und besitzen dann individuelle Fähigkeiten. Ausserdem besitzt jeder Spieler (äh ich meine jeder Councillor) ähnlich wie in Marco Polo eine sehr mächtige Fähigkeit die ein bestimmtes Vorgehen begünstigen, aber nicht erzwingen. Zudem verfügt jeder über einen speziellen „Seeker“, der als einziger Arbeiter auch außerhalb der Stadt eingesetzt werden kann.
Zusätzlich wird in jeder der fünf Runden durch Einfluss über zwei Dekrete abgestimmt, die Auswirkungen auf das weitere Spielgeschehen haben.
Das eigentliche Highlight ist jedoch der Kult:
Er breitet sich unaufhaltsam in der Stadt aus, wenn die Spieler nicht zusammenarbeiten. Passt man nicht auf, gewinnt am Ende kein Spieler – sondern der Kult! Oder aber derjenige, der im richtigen Moment den meisten Einfluss beim Kult angesammelt hat.
Genau das ist in unserer Partie passiert: In der letzten Runde waren alle Felder vom Kult besetzt und dieser führte haushoch. Der Sieg ging an Alexander – der zwar kaum reguläre Siegpunkte hatte, seinen Einfluss beim Kult in der Finalrunde aber geschickt massiv ausbauen konnte!
Wer ein voll durchkalkulierbares Optimierspiel sucht, ist bei Kinfire Council an der falschen Adresse. Je nachdem, wie sich der Kult entwickelt, welche Unglücke eintreffen oder welche Erforschungskarten man zieht, verläuft jede Partie anders. Es spielt sich sehr situativ und hochgradig thematisch – aber irgendetwas Sinnvolles kann man immer machen.
Gerade der semi-kooperative Aspekt und die politischen Dekrete machen das Spiel zu einem erfrischend anderen Worker-Placer abseits der üblichen Einheitskost.







